
Autorin: Vera Buck
Titel: Das Baumhaus
Kategorie: Thriller
Erschienen am 13. Mai 2024 bei Rowohlt
Paperback: 17,00 Euro // E-Book: 9,99 Euro
Bewertung: ⭐️⭐️⭐️ (3 von 5 Sternen)
Klappentext:
Wenn der Bullerbü-Urlaub zum Albtraum wird: der neue Thriller der Meisterin der Gänsehaut-Atmosphäre.
Als Henrik und Nora mit ihrem fünfjährigen Sohn Fynn ins schwedische Västernorrland fahren, erwarten sie einen idyllischen Urlaub. Doch bereits bei ihrer Ankunft spüren sie, dass die verlassene Ferienhütte etwas Bedrohliches umgibt. Der Eindruck bestätigt sich, als im angrenzenden Wald ein jahrzehntealtes Kinderskelett gefunden wird. Dann verschwindet Fynn. Während seine Eltern sich in ihrer eigenen Schuld verstricken, kommt die Ermittlerin Rosa Lundqvist in den Tiefen des Waldes einem düsteren Geheimnis auf die Spur. Denn sie hat allen anderen etwas voraus: ein außergewöhnliches Gespür für den Tod. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fynns Verschwinden und dem toten Kind? Und was hat es mit dem längst verfallenen Baumhaus in der alten Esche auf sich? Ein Baumhaus, in dem noch immer jemand zu wohnen scheint …
Meine Meinung zu Das Baumhaus von Vera Buck
„Spätestens nach dem ersten Twist wirst du dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können!“ heißt es auf der Rückseite des Buches. Und das stimmt wohl. Langweilig war das Buch auf keiner Seite und ich hatte es in kürzester Zeit durchgelesen, auch weil ich als Mama eines kleinen, entdeckungsfreudigen Sohnes stark mit Fynns Eltern mitgefiebert habe. Warum es dann am Ende nur 3 Sterne geworden sind, erfahrt ihr in der ausführlichen Rezension weiter unten.
Mein erster Eindruck
Das Cover ist sehr gelungen und ein echter Hingucker: ein einsames Haus am See mit dem dunklen schwedischen Wald im Hintergrund – nur ein Baumhaus wäre noch passender gewesen 😉. Auch der Anfang des Buches hat nicht enttäuscht.
„Sie suchten die Idylle. Sie fanden einen Albtraum.“
Der Prolog hat es direkt in sich und als Leser werden wir Zeuge einer verstörenden Szene: Ein entführtes Mädchen, das erfahren wir direkt auf der zweiten Seite in einem Rückblick, wird von seinem Peiniger in einen See mit eiskaltem Wasser geschickt. Doch während dieses Abenteuers, wie es der Mann so salopp bezeichnet, geht etwas gehörig schief. Was genau, bleibt zunächst im Dunkeln.
Der weitere Verlauf der Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: unter anderem von Henrik (Fynns Vater), Nora (Fynns Mutter) und Rosa, einer jungen Frau aus der Region mit autistischen Zügen und einer sehr ungewöhnlichen Begabung.
Warum im Endeffekt nur 3 Sterne?
Das Buch war sehr spannend geschrieben und ich konnte mich als Leserin sehr gut in die schwedische Wildnis hineinversetzen: Die Stimmung war bedrückend und düster und hat mir an manchen Stellen sogar ein wenig Angst gemacht – Wälder können eben auch unheimlich sein 🌲 🌳. Die Art und Weise, wie Fynn verschwunden ist, hat mir fast das Herz gebrochen, der arme kleine Kerl 😢.
Ein großes Lob auch für die Figur und die Familiensituation von Rosa. Ich finde, sie verdient ein eigenes Buch, so sehr ist sie mir ans Herz gewachsen. Ihre besondere Gabe (sie kann an der Beschaffenheit und Farbe von Baumblättern erkennen, ob Tierkadaver oder Leichen in der Nähe vergraben sind) hat mich allerdings nachdenklich gemacht: Ist das wirklich realistisch möglich? Ich hoffe einfach mal, dass die Autorin in dieser Richtung gut recherchiert hat 😅. Es wäre doch bahnbrechend, wenn man auf diese Weise Vermisstenfälle aufklären könnte?
Richtig auf die Nerven gegangen sind mir allerdings Fynns Eltern: Vater Henrik, ein weinerliches Sensibelchen, das in seiner Fantasiewelt gefangen ist, und als komplettes Gegenteil die ach so knallharte Nora, eine Karrierefrau durch und durch, die auch noch die eine oder andere sprichwörtliche Leiche im Keller hat. Manchmal wollte ich am liebsten ins Buch springen und die beiden schütteln und rufen: „Hallo, euer kleiner Sohn ist im Wald verschwunden? Reißt euch zusammen und sucht euer Kind?“
Wie schon erwähnt, war ich von Anfang an gefesselt, denn das Buch war sehr spannend. Aber im Laufe der Zeit hat sich die Geschichte irgendwie in sich selbst verzettelt. Die Handlung wurde meiner Meinung nach immer absurder und am Ende passierte alles Schlag auf Schlag. Das Ganze war für mich leider nicht wirklich rund und mir persönlich zu konstruiert. Es gab einfach von allem zu viel – zu viele Figuren (auf vergleichsweise wenigen Seiten), zu wenig Zeit, um wirklich die Beweggründe der Person(en) nachzuvollziehen, die am Ende für die Taten verantwortlich war(en), zu offensichtliche Red Herrings, also falsche Fährten, und eine etwas hanebüchene Erklärung für das Handeln einiger Figuren im Buch.
Deshalb habe ich mich entschieden, 3 Sterne zu geben. Denn bei einem Thriller muss die Handlung für mich stimmig sein. Ich habe übrigens noch Vera Bucks erstes Werk Wolfskinder im Regal stehen. Wieder ein Buch, das in der Natur spielt, dieses Mal allerdings in den Bergen ⛰️, ich freue mich schon darauf!
Fazit
Ein stimmungsvoller Thriller für alle, die skandinavische Schauplätze und rasante Erzählungen lieben.
👍 Du solltest das Buch lesen, wenn du:
– Thriller magst, die in Schweden spielen
– als Kind die Bullerbü-Bücher verschlungen hast
– actionreiche Geschichten bevorzugst
👎 Lies das Buch lieber nicht, wenn:
– du empfindlich bist, wenn Kinder in einem Thriller die Opfer sind
– du gerne tiefgründige Krimis und Thriller liest
– für dich am Ende eines Buches alles in sich stimmig sein muss
Ich habe das Buch über NetGalley vom Rowohlt Verlag als E-Book zur Verfügung gestellt bekommen, vielen Dank dafür!
Und nun viel Spaß beim Lesen!






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