
Autor: Ulf Kvensler
Titel: Der Ausflug
Kategorie: Krimi & Thriller
Übersetzt: Aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
Erschienen am 21. Februar 2024 bei Penguin
Paperback: 17,00 Euro // E-Book: 13,99 Euro
Bewertung: ⭐️⭐️⭐️ (3 von 5 Sternen)
Klappentext:
Vier Freunde. Eine Wanderung. Und die tödliche Weite Nordschwedens.
Jeden Sommer fahren die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena in den Norden Schwedens, um beim Wandern in der wilden Natur den Stockholmer Alltag zu vergessen. Doch dieses Jahr hat sich Milena neuer Freund, Jakob, der Gruppe angeschlossen. Er schlägt vor, von der ursprünglichen Route abzuweichen und stattdessen in den wilden, einsamen Nationalpark Sarek zu wandern. Schon bald wird klar, dass die Tour alles andere wird als ein gemütlicher Ausflug unter Freunden. Jakob stiftet die Gruppe zu immer weiteren, gefährlicheren Herausforderungen an. Auch die Dynamik zwischen ihnen ändert sich – lang unterdrückte Vorwürfe und Geheimnisse kommen ans Licht, die Nerven liegen blank. Bald geht es nur noch um eines: Wer wird nach Hause zurückkehren?
Meine Meinung zu „Der Ausflug – Nur einer kehrt zurück“ von Ulf Kvensler
Um ehrlich zu sein: Es fällt mir schwer, eine Rezension für dieses Buch zu schreiben. Eigentlich hätte ich gerne solide 4 Sterne vergeben, wäre da nicht das Ende gewesen. Was genau passiert ist, kann ich hier logischerweise nicht schreiben, denn das wäre ein riesiger Spoiler. Trotzdem versuche ich meine Meinung in Worte zu fassen, denn das Buch war keineswegs schlecht, ich hatte nur andere Erwartungen.
Der erste Eindruck
Das Cover der deutschen Ausgabe (oben zu sehen) reißt mich persönlich nicht vom Hocker: zu viel Neon, zu schrill und doch nichts Besonderes. Aber das, was im Hintergrund zu sehen ist, passt zumindest landschaftlich besser zum Inhalt des Buches als das Cover der englischen Ausgabe (rechts zu sehen). Grundsätzlich liebe ich solche Cover mit Wäldern aus der Vogelperspektive, die kaufe ich fast automatisch. Das hat immer etwas Geheimnisvolles – wie dichte, dunkle Wälder eben. Nur so richtig zum Inhalt dieser Story passt der Wald halt nicht.
Der Klappentext klingt sehr spannend und Geschichten von Menschengruppen, die sich irgendwo im Nirgendwo verirren oder auf andere Weise mit Naturgewalten zu kämpfen haben (und dann aufgrund des Drucks aneinandergeraten), gehören zu meinen All-Time-Favorites. Eines meiner Lieblingsbücher mit genau diesem Thema ist übrigens der 2017 bei Rowohlt erschienene Thriller Ins Dunkel von Australiens „Queen of Crime“ Jane Harper. Ihre Australien-Reihe ist eine absolute Herzensempfehlung von mir. Doch hier soll es ja heute um ein anderes Buch gehen, kommen wir also zurück zu „Der Ausflug“.

Rezension
Wie wir bereits aus dem Klappentext wissen, begleiten wir hier Anna und ihren Verlobten Henrik sowie ihre beste Freundin Milena und ihren neuen Freund Jakob auf eine Wanderung. Für Anna, Henrik und Milena ist der Ausflug in die schwedische Natur mittlerweile ein jährliches Ritual, um sich von ihrem stressigen Stadtleben zu erholen. Doch dieses Jahr stößt Milenas neuer Freund Jakob zu der Gruppe und die ursprünglichen Pläne werden schnell über den Haufen geworfen, was von Anfang an zu Konflikten führt.
Schließlich lassen sich alle auf Jakobs Vorschlag ein, statt der üblichen Route den schwedischen Nationalpark Sarek in Angriff zu nehmen. Dort ist die Natur wild, rau und erbarmungslos. Das Wetter kann schnell umschlagen, die Pfade sind unwegsam und man braucht eine gewisse Kondition und Erfahrung, um dort zu wandern. Und nicht jeder unserer Charaktere ist dieser Route wirklich gewachsen. Die Stimmung kippt und irgendwann fordert die Natur ihren Tribut. So zeigen die vier Freunde nacheinander ihr wahres Gesicht, was zu einigen Überraschungen führt.
Die Naturbeschreibungen haben mir sehr gut gefallen und man konnte sich bildlich vorstellen, dass diese Wanderung kein Zuckerschlecken ist. Auch die Charaktere waren sehr glaubwürdig gezeichnet und überhaupt nicht schwarz-weiß, typisch skandinavischer Psychothriller eben. In dem Buch wechseln sich die Kapitel mit Verhören bei der Polizei nach dem Ausflug und Szenen während der Wanderung ab, so dass man als Leser schon weiß, wer den Trip mit Sicherheit überlebt hat.
Bis zu ca. 80% des Buches war ich bereit, 4 Sterne zu geben, mit der Tendenz zu 5 Sternen, wenn es mich am Ende noch einmal so richtig überrascht hätte. Aber hm … wie oben schon geschrieben, habe ich dann doch nur 3 Sterne gegeben. Denn das Ende hat mich einfach überhaupt nicht überzeugt. Einigen scheint es gefallen zu haben, andere haben dem Buch dafür nur 1 Stern gegeben, da scheiden sich wohl die Geister.
👍 Du solltest das Buch unbedingt lesen, wenn:
– du gerne wandern gehst und oft in der Natur unterwegs bist
– dir der Stil skandinavischer psychologischer Thriller gefällt
– du gerne dabei zuschaust, wie Figuren in einer Extremsituation Schicht für Schicht ihr Innerstes offenbaren
👎 Lass besser die Finger vom Buch, wenn:
– du am Ende Antworten auf alle offenen Fragen haben möchtest
– dir actionreiche Pageturner lieber sind
– du dich gerne mit einer (Helden)-Hauptfigur identifizierst
Fazit
Ein interessanter Psychothriller, der mich am Ende leider nicht ganz überzeugen konnte. Trotzdem fand ich die Geschichte und die Erlebnisse sehr spannend. Es hat mir wieder einmal die Augen geöffnet, dass man weder die Natur noch seine Mitmenschen unterschätzen sollte.





Die Rezensenten haben offensichtlich nicht verstanden, dass da eine schizophrene Person an einem Ausflug teilnahm, der allein wegen ihrer Schizophrenie in die Katastrphe führen mußte, auf die der Leser von Anfang an vorbereitet wurde- allerdings vom Autor geschickt in die Irre geführt wurde, da alles Böse auf Jacob zulief und die Spannung zunächst nur davon gelebt hat zu erfahren, was er den dreien wohl Schlimmes angetan hat. Trick des Autors war- juristisch grob fehlerhaft- dass die Anhörungen der Anna mit „ Zeugenbefragung“ überschrieben waren statt- wie es rechtsstaatlich hätte sein müssen- mit „ Beschuldigtenvernehmung“. Nur- hätte der Autor nicht zu diesem Trick gegriffen, hätte man das Buch auch gleich weglegen können. Und dann wäre es auch nicht zu den katastrophalen Fehlinterpretationen gekommen. Besonders klug vom Autor, dass er die Aufklärung am Schluss des Buches nicht deutlichst, gleichsam mit dem Holzhammer verschafft, sondern dem Leser die Möglichkeit belässt, alles falsch verstanden und fehlinterpretiert zu haben. Man ist geneigt B.B. zu zitieren: Wir stehen selbst enttäuscht und sehen betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen. – Nein, gerade nicht. Nur, wer nichts verstanden hat.